Gelbfieberimpfung

 

 

Seit 28.06.2000 hat Herr Dr. Mayer vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit die Genehmigung zur Betreibung einer international anerkannten Gelbfieberimpfstelle.

 

 

Die aktuellen internationalen Reisebestimmungen bezüglich der Gelbfieberimpfung müssen bei der Botschaft des jeweiligen Reiselands in Erfahrung

gebracht werden. Ohne Gewähr findet man sie auch auf den einschlägigen Reisemedizinportalen (siehe Startseite)  oder auf der Homepage der WHO:

 

https://who.maps.arcgis.com/apps/MapSeries/index.html?appid=ad0ff71cdd1b4c139cfad91daca886fb

 

 Gelbfieberverbreitungsgebiet:

http://www.fit-for-travel.de/krankheiten-a-z/gelbfieber.thtml

 

 

Die Kosten für eine alleinige Gelbfieber - Impfberatung und Impfung  betragen derzeit:

 

Gelbfieber (Stamaril®) Impfung 46,31 EUR ( Stand: 02.01.2017) zuzüglich Impfstoffkosten 43,10 Euro (Stand 02.01.2017)

 

Der Impfschutz wird in einem internationalen Impfausweis gemäß WHO dokumentiert.

 

Das amtliche Gelbfieber – Impfzeugnis ist gültig ab dem 10. Tag nach der Impfung und gilt gemäß WHO lebenslänglich, allerdings gibt es immer noch

Staaten, die das Impfzeugnis nur für die Dauer von 10 Jahren anerkennen.

Die Gelbfieberimpfung ist aus medizinischer Sicht lebenslänglich wirksam.

Siehe auch :    http://www.who.int/ith/updates/20140605/en/

 

Bei Impfunverträglichkeit oder persönlich bedingtem erhöhten Risiko für eine Gelbfieberimpfung kann eine Impfbefreiung (Exemption Certificate) ausgestellt werden, dies ist in einem persönlichen Beratungsgespräch zu klären. Allerdings wird diese Impfbefreiung nicht von allen Staaten anerkannt, vorherige Abklärung ist unbedingt erforderlich

 

 

 

Geschichtliche Daten zu Gelbfieber und Gelbfieberimpfung

Der kubanische Arzt Carlos Juan Finlay entdeckte 1881 die Stechmücke Aedes aegyptii als Überträger des Gelbfiebers. Während der Herrschaft Napoleons wurde versucht, in Haiti die Sklaverei wieder einzuführen. Dazu wurde eine Expeditionsarmee von mindestens 25.000 Mann nach Haiti geschickt. Dabei starben so viele Soldaten an Gelbfieber, dass die Franzosen 1803 abziehen mussten und Haiti 1804 unabhängig wurde.

Eine weitere Episode in Zusammenhang mit Gelbfieber ist der Bau des Panamakanals. Der Bau wurde unter Führung des französischen Ingenieurs Ferdinand de Lesseps, der schon den Suezkanal erfolgreich gebaut hatte, zunächst abgebrochen und dann von amerikanischer Seite fortgesetzt. Dabei kamen besonders Arbeiter aus Afrika zum Einsatz, weil man annahm, diese seien bereits immun. Man schätzt, dass etwa auf jeden Meter Panamakanal ein toter Arbeiter kommt. De Lesseps musste den Bau daraufhin einstellen. Erst die USA konnten den Kanalbau vollenden. Um die Mückenlarven zu töten, wandten die USA die Erkenntnisse aus Kuba während des Spanisch-Amerikanischen Krieges (1898) an und leerten konsequent alle Wassergefäße. Außerdem wurde in sämtliche stehenden Gewässer Petroleum gegossen, um das Wachstum der Larven zu verhindern. Die Gelbfiebererkrankung gab es ursprünglich nur in Südamerika. Später breitete sich die Erkrankung nach Afrika aus. Obwohl auch in Ländern Asiens die Überträgermücke vorkommt, hat sich die Erkrankung bisher nicht bis nach Asien ausbreiten können.

Den Gelbfieberimpfstoff gibt es seit 1937. Er wurde von dem südafrikanischen Mikrobiologen Max Theiler (1899–1972) am Rockefeller-Institut nach Versuchen an Affen und Mäusen entwickelt. Für diese Leistung erhielt er 1951 den Nobelpreis für Medizin.
Derzeit wird an einem Nachfolgerimpfstoff intensiv geforscht.


Was ist Gelbfieber und wo tritt diese Erkrankung auf ?

Gelbfieber ist eine durch den Stich der Gelbfiebermücke übertragene lebensbedrohliche Tropenerkrankung. Die Krankheit kommt in den tropischen Regionen von Afrika und Südamerika vor und wird durch das Gelbfieber-Virus verursacht. In Asien gibt es keine Gelbfiebererkrankungen. Das Virus benutzt Affen als „Zwischenwirte“, von denen es durch die Gelbfiebermücke auf den Menschen übertragen wird. (Buschgelbfieber) Das urbane Gelbfieber wird durch Brutstätten für Gelbfiebermücken in den Städten (Wassertonnen, Autoreifen, Regenpfützen in Senken) begünstigt. Jährlich erkranken derzeit weltweit etwa 200.000 Menschen an Gelbfieber, es sterben etwa 30.000 dieser Menschen an den Folgen der Erkrankung (90% davon in Afrika). In Südamerika gibt es derzeit eine zunehmende Anzahl an Gelbfieberinfektionen, insbesondere in Brasilien, Bolivien und Paraguay. 2011 gab es einen größeren Gelbfieberausbruch in Uganda. Auch aus Puno am Titicaca-See wurden 2012 Todesfälle aufgrund Gelbfieber - Erkrankung gemeldet. 2014/15 kam es in Brasilien zu Gelbfieber - Ausbrüchen (Alto Paraiso)  2016 gibt es einen größeren Gelbfieberausbruch in Angola.

 

Wie verläuft die Erkrankung ?

 

Die Infektion äußert sich zunächst in einem Fieberschub begleitet von Kopfweh, Gliederschmerzen, Schüttelfrost und Übelkeit. Die Krankheit kann nach diesem Stadium ohne bleibende Schäden ausheilen. Bei etwa 20 % der Patienten kommt es zu einer zweiten Krankheitsphase. Dabei kommt es zur Gelbsucht infolge einer Leberschädigung durch das Virus. Durch Blutungen im Magendarmtrakt kann es zu Erbrechen von magensäureversetztem Blut kommen. In Südamerika wird die Krankheit aufgrund dieser Symptome "Vomito negro" (Schwarzes Erbrechen) genannt. Im weiteren Verlauf zeigt die zunehmende Gelbfärbung der Haut verbunden mit einer starken Blutungsneigung aller Schleimhäute ein fortschreitendes Leberversagen an. Diese Krankheitsphase endet bei über der Hälfte der Erkrankten tödlich. Es sterben dabei insgesamt etwa 20 % aller Gelbfieberinfizierten. In der toxischen Phase kann die Letalität auf 50 - 70 % erhöht sein. (Quelle: Robert Koch Institut) Wird die Infektion überlebt, besteht lebenslange Immunität.

 

Wie kann ich mich schützen ?

 

Bei Reisen in Gebiete des Gelbfiebergürtels wird dringend eine Impfung angeraten. Der Impfschutz beginnt 10 Tage nach der Impfung und hält lebenslänglich. Allerdings ist das Impfzertifikat nur 10 Jahre lang gültig. Eine einmalige Verabreichung des Impfstoffes unter die Haut ist ausreichend. Als Impffolge kommt es bei etwa 3 – 7 % aller Geimpften am 5. bis 8. Tag nach der Impfung zu grippeartigen Symptomen, die in der Regel keiner Behandlung bedürfen.
In den vergangenen Jahren wurde aus den USA, Brasilien und Spanien über wenige Fälle schwerer Impfkomplikationen mit Todesfolge berichtet. Dies betraf überwiegend immungeschwächte Patienten (z.B. HIV-Erkrankte) oder ältere Reisende. Es stehen den bis heute etwa 500 Millionen verabreichten Impfdosen weltweit etwa 20 Todesfälle gegenüber. In Relation zum zuverlässigen Gelbfieberschutz, den die Impfung bietet, wird dieses Risiko als sehr gering bewertet.
Menschen, die älter als 60 Jahre sind, sollen nur bei zwingender Notwendigkeit gegen Gelbfieber geimpft werden.

Der Impfstoff ist gemäß Hersteller nicht für Säuglinge unter 6 Monaten geeignet. Bei Säuglingen zwischen dem 6. und 9. Monat soll nur bei erheblichem Risiko geimpft werden, der Impfschutz ist möglicherweise nicht lebenslänglich wirksam, so daß bei erneuter Risikoexposition ein zweites Mal geimpft werden sollte.

An Schwangere sollte der Impfstoff nur nach strenger Risiko-Nutzen-Abwägung verabreicht werden.

Nicht geimpft werden sollten abwehrgeschwächte Personen (beispielsweise mit einer HIV-Infektion oder mit einer immunsuppressiven Therapie z.B. durch hochdosiertes Kortison) sowie Menschen nach Operation an der Thymusdrüse. Fieberhafte Erkrankungen oder kurze Zeit zurückliegende Behandlungen ernsthafter Erkrankungen ( z. B. Chemotherapie) stehen gegen eine Gelbfieberimpfung. Die sehr seltene Hühnereiweißallergie stellt einen Ausschlussgrund dar, allerdings hatte auf einer Fachtagung für Gelbfieberimpfstellenleiter kein anwesender Arzt je eine allergische Komplikation gesehen. Bei zurückliegender Verabreichung von Immunglobulinen ( = passive Immunisierung ) muss ein Abstand von mindestens 3 Monaten zur Gelbfieberimpfung eingehalten werden. Andere Lebendimpfstoffe (Mumps, Masern, Röteln, Windpocken) sollten entweder gleichzeitig mit der Gelbfieberimpfung oder im Abstand von 4 Wochen davor oder danach verabreicht werden.

Für die Dauer von 4 Wochen nach der Gelbfieberimpfung darf man kein Blut spenden, um das Impfvirus nicht an den Transfusionsempfänger weiterzugeben.

 

Verhalten nach der Impfung

Nach der Impfung sollte für 10 Tage auf den Genuß von Alkohol verzichtet werden, ebenso wird von intensiven Sonnenbädern, Sauna, Whirlpool und anstrengender sportlicher Betätigung abgeraten.

 

Gelbfieberimpfung bei Reisenden, die älter als 60 Jahre sind

 

In der  Fachinformation für den Gelbfieberimpfstoff Stamaril steht:   Personen ab 60 Jahren: Einige schwere und potenziell tödliche

Nebenwirkungen scheinen bei Personen über 60 Jahren häufiger aufzutreten. Daher sollte der Impfstoff nur an Personen verabreicht werden,

für die ein beträchtliches Risiko besteht,  an Gelbfieber zu erkranken.

 

Das Risiko für eine möglicherweise tödlich verlaufende Nebenwirkung  (Yellow fever acute viscerotropic disease)  liegt unter 50 Lebensjahren praktisch bei 0,

steigt in der Altersgruppe 50 – 59 Jahre auf 0,3/100.000 in der Gruppe 60 – 69 Jahre auf 1,1/100.000 und bei über 70-jährigen auf 3,2/100.000

 

In der amerikanischen Datenbank werden für „schwere Impfnebenwirkungen“ in der Altersgruppe  bis 40 Lebensjahre 0,5/100.000, in der Altersgruppe  40 bis 50 Lebensjahre 1,6/100.000, in der Altersgruppe  50 bis 60 Lebensjahre 1,9/100.000, in der Altersgruppe  60 bis 70 Lebensjahre 4,2/100.000 und ab 70 Lebensjahren

7,5/100.000 angegeben.

 

Bei rein formaler Notwendigkeit der Gelbfieberimpfung ohne Infektionsrisiko (z.B. Landgang vom Kreuzfahrtschiff in Rio de Janeiro)

kann eine Ausnahmebescheinigung (Exemption certificate) ausgestellt werden. Über die Anerkennung dieses Excemption certificate

bei ausländischen Zollbehörden muß sich der Reisende im Vorfeld der Reise selbst informieren, eine Gewähr kann nicht übernommen

werden.

 

Gelbfieberimpfung in der Schwangerschaft

Gelbfieberimpfungen in der Schwangerschaft gelten gemäß Fachinformation des Impfstoffherstellers als kontraindiziert. Es wurden zwar bisher

keine Schädigungen des Embryos berichtet, jedoch sind solche nicht grundsätzlich auszuschließen.

Gelbfieberimpfungen in der Schwangerschaft werden in meiner Gelbfieberimpfstelle nicht durchgeführt. Schwangeren wird von Reisen in die

Tropen grundsätzlich abgeraten, unter anderem auch wegen des erheblich erhöhten Risikos im Falle einer Malaria - Erkrankung.

 

 

 

 Update 01/2017

Brasilien
Gelbfieber: Seit Anfang Januar haben die Gesundheitsbehörden ca. 3.190 Verdachtsfälle und 426 Todesfälle in den Bundesstaaten Minas Gerais, Espirito Santo (SO), Rio de Janeiro (SO), Bahia (NO), Maranhao (NO), Sao Paulo (SO), Tocantins (Z), Rondonia (NW), Para (N), Amapa (N), Mato Grosso do Sul (SW), Rio Grande do Sul (S), Santa Catarina (S), Parana (S), Goias (Z) und im Distrito Federal gemeldet. 758 Infektionen wurden bestätigt. Einzelne Verdachtsfälle wurden in den Bundesstaaten Goias (Z) und Mato Grosso do Sul (W) verzeichnet. Es ist der größte Ausbruch in den letzten 30 Jahren. Die Behörden haben Impfkampagnen gestartet. Im vergangenen Jahr gab es landesweit 6 autochthone Infektionen verzeichnet, die meisten im Bundesstaat Sao Paulo (SO). Derzeit wird für alle Reisenden eine Impfung empfohlen.  (Copyright www.crm.de  26.05.2017)
Südafrika
Malaria: Die Leitung des Krüger Nationalparks (Provinz Limpopo, NO) hat in einer Pressemeldung Ende Mai Touristen zur sorgfältigen Malariaprophylaxe aufgefordert. Ausgiebige Regenfälle in diesem Jahr haben die Mückenpopulation und damit das Malariarisiko ansteigen lassen. Zum Ende der aktuellen Malaria-Saison, die im Oktober letzten Jahres begann, sind die Fallzahlen im April noch einmal gestiegen. Insgesamt wurden ca. 4.300 autochthone Infektionen und 76 Todesfälle gemeldet. Am stärksten betroffen sind die Verbreitungsgebiete der Provinz Limpopo (NO). Im Westen des Distrikts Waterberg (Provinz Limpopo, NO) wurden Mitte März 46 Infektionen bestätigt. Das betroffene Gebiet um die Gemeinden Lephalale und Thabazimbi gilt als malariafrei. Sehr guter Mückenschutz ist immer zu beachten, die Mitnahme einer Notfallmedikation in der Regel sinnvoll und je nach Ausbruchslage und Reiseroute auch eine Chemoprophylaxe zu diskutieren. (Copyright www.crm.de  23.05.2017)